— 20—
Ruf mit ein: Franz Hofer ſey unſer Fuͤhrer! Verder⸗ ben uͤber den Falkenſteiner!“ Er wurde vom Pferde herabgehoben, und vor Winzer gebracht.„Wer biſt du,“ fragte dieſer,„und wohin willſt du?“
„Haltet meine Reiſe nicht auf,“ erwiederte der Gefragte,„ich will ſo bald als möglich dieſes Land verlaſſen und mein Ungluͤck in der Fremde verbergen.“
„Ungluͤck?“ ſagte Winzer,„ja ungluͤck iſt hier geweſen, aber der Herr hat es geaͤndert: er hat ſein Volk erwecket aus ſeinem Schlafe, und aufgeruͤttelt aus ſeinem Schlummer. Doch ſprich, wer biſt du?“
„Ich heiße Hofer,“ antwortete der junge Mann, vund habe Reitersdienſte bei dem Grafen von Falken⸗ ſtein gethan. Jetzt will ich fort und in Italien Dienſte ſuchen. Darum haltet mich nicht laͤnger auf!“
„Herr,“ ſagte Michel, der zweimal die wuͤthende Menge von Hofern abgewehrt,„der Falkenſteiner hat ihn fortgeſchickt, und Franz Hofer iſt ſtark und tap⸗ fer, und kann am beſten unſer Fuͤhrer ſeyn.“
Winzer betrachtete den Juͤngling mit Wohlgefallen. Den Beiſtand eines in den Waffen geuͤbten Kriegers glaubte er nicht vorbeilaſſen zu duͤrfen, und beſchloß um ſo eher, ſeine Macht als Hauptmann mit ihm zu theilen, da er von ihm, als einem jungen Manne, durch⸗
aus nicht die geringſte Widerſetzlichkeit gegen ſeine
Befehle erwartete. Er wandte ſich daher an Hofer: „Du willſt nach Italien, und dein Land verlaſſen zur Zeit, wo es in Truͤbſal iſt und wo der Herr ausgehen wird von ſeinem Orte, heimzuſuchen die Bosheit der
„
——


