Druckschrift 
Die Aufrührer : Eine Erzählung aus den Zeiten des Bauernkriegs / von Fr. Rother
Entstehung
Einzelbild herunterladen

muͤthigen Reiter, die eine wahrhafte Plage des Landes ſind? Wenn ſo ein Lump daher reitet, ſo ſtolz auf das Eiſen, was er auf dem Leibe und an der Seite hat, ich moͤchte ihn immer vom Pferde herunterſchlagen. Wir gehen das ganze Jahr mit Eiſen um, und bear⸗ beiten es fuͤr unſere Unterdruͤcker, aber wenden es nicht ſelbſt zu unſever Befreiung an. Waͤre meine alte Mut⸗ ter nicht, ich liefe noch heute Nacht fort, und machte mich zu den Bauern, die andere Kerle ſind, als wir hier, und ihre Edelleute vor ſich hertreiben, wie wir die Rehe, wenn wir unſerem Grafen auf ſeinen Jag⸗ den wie Hunde dienen muͤſſen.

Es iſt wahr, ſagte Michel,es iſt wahr, ein elendes Leben fuͤhren wir; aber wer kanns aͤndern?

Wer's ändern kann? rief Niklas ſo heftig und laut, daß ihn Jorge aͤngſtlich bat, von ſo gefaͤhrlichen Dingen nicht ſo laut zu reden. Wers aͤndern kann?« fuhr er gemaͤßigter fort, wir konnens, wenn wir uns aufmachen, unſere Weiber und Kinder aufpacken, und zu den Andern ziehen, die in der Pfalz und üher'm Rhein in Kloͤſtern und Schloͤſſern ſichs wohl ſeyn laſſen. Dann mag der alte Graf ſehen, wer ihm ſeine Haͤm⸗ mer bearbeitet oder ſeine Felder baut.

Sey nur ruhig, Niklas, ſagte Jörgedu biſt gleich ſo heftig und auffahrend; das kann ſich Alles aͤn⸗ dern. Das gnaͤdige Fraͤulein iſt doch ſo brav und ſo lie⸗ bevoll gegen uns Alle, daß man die Haͤrte des Vaters daruͤber vergißt.

Was kuͤmmert mich das Laͤcheln eines Weiböge⸗