Druckschrift 
Die Aufrührer : Eine Erzählung aus den Zeiten des Bauernkriegs / von Fr. Rother
Entstehung
Einzelbild herunterladen

zuͤge, bieder und offen gegen Ebenbuͤrtige, ſtolz gegen Untergebene und hart gegen ſeine Bauern. Seit er ſeine Gattin verloren, brachte er faſt beſtaͤndig ſeine Zeit auf ſeiner Burg zu, und ſein einfoͤrmiges Leben ward nur zuweilen durch Jagden in den hohen For⸗ ſten des Donnersberges, durch einen fröhlichen Beſuch benachbarter Edeln, oder die Einkehr eines Fremden, dem ſein gaſtliches Thor offen ſtand, unterbrochen. Er hielt uͤbrigens dreißig bis vierzig Reiſige, die nach ilter Weiſe geruͤſtet waren; denn Feuergewehr und Donſter⸗ buͤchſen duldete er auf ſeiner Burg nicht, ſondern ver⸗ traute darauf, mit denſelben Waffen, womit ſeine Vaͤ⸗ ter geſiegt und ſich beruͤhmt gemacht hatten, ſein Schloß gegen jeden Angreifer vertheidigen zu koͤnnen.

Das Thal, das nach ſeinem Namen benannt wurde, erkannte ſeine Herrſchaft an, ſo ſchwer und hart ſie auch auf den Unterthanen lag. An dem Fuße des Berges, auf dem ſich ſein Schloß erhob, rauſchte ein Bach vorbei, und ſtroͤmte das Thal hinab, wo er be⸗ traͤchtliche Eiſenwerke des Grafen trieb. Dieſe wurden von den Unterthanen deſſelben bearbeitet, ohne daß ih⸗ nen ihr Herr dafuͤr den Zins erließ den ſie von den kleinen Aeckern bezahlten, auf welchen ſie nothduͤrftig ihren Lebensunterhalt bauten, oder ihnen ihre Muͤhe mit einem geringen Lohn verguͤtete.

Das Klappern und Schlagen dieſer Eiſenwerke hatte ſo eben aufgehoͤrt, und die Glocke aus dem be⸗ nachbarten Kirchdorf Rußbach die Vesper und den mor⸗

genden Sonntag angeläutet, als drei von den Bewoh⸗