ſallen wuchs, jemehr das der freien Leute, die, mit ih⸗ ren eigenen Guͤtern zufrieden, vom Konige keine Lehen nahmen, ſank. Viele derſelben begaben ſich unter den Schutz der Erſteren, um ſich den laͤſtigen Kriegsdien⸗ ſten, zu denen ſie bei wachſender Macht der Koͤnige, be⸗ ſonders Karls des Großen, dennoch gezwungen wur⸗ den, zu entziehen, und wurden Leibeigene derſelben, oder ſie gaben ihr Guͤtchen einem Kloſter, und wurden Kloſterhörige. Da die Fuͤhrung der Waffen allein Ehre brachte, ſo ſank dieſer des Krieges entwöhnte Stand in Verachtung und zuletzt in gaͤnzliche Selaverei herab. Die Ritterſchaft wurde herrſchend. Dieſe erlitt den erſten Stoß durch die aufbluͤhende Macht der Staͤdte und den Reichthum, den der Fleiß und die Betrieb⸗ ſamkeit der Buͤrger ſammelte, beſonders ſeit die Mauern der Staͤdte eine in den Fehden mit den neidiſchen Edeln kriegsgeuͤbte Jugend einſchloſſen, und die Buͤr⸗ ger ihre Waffen mit dem Stande meſſen konnten, der ſich bisher allein die Waffenfuͤhrung angemaßt, und nichts anderes geuͤbt hatte.
Seit es unter der Regierung Matimilians I. end⸗ lich gegluͤckt war, den ewigen Landfrieden durchzuſetzen, und das Fauſtrecht zu erloͤſchen begann, bluͤhten die Staͤdte in Deutſchland außerordentlich empor. Die dentſchen Kaufleute fuͤhrten den Verbindungshandel zwiſchen Suͤden und Norden. Die Erzeugniſſe der ſuͤdlichen Sonne und des Orients wurden durch Deut⸗
ſche dem Norden, ſo wie die kargen Produkte aber rei⸗
chen Manufaktnren des Nordens durch Deutſche dem
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