100 Thätigkeit bald wieder ſo feſt gegründet, wie vorher und Werfte und Wohnung nahmen ſich recht ſtattlich aus.
Doch auch Rikmer's Wohnſtätte trug nicht die Zeichen der Verfallenheit, welche wir im Beginn dieſer Erzählnng daran bemerkt; ſie war nett und ſauber und die Werſte aufs Beſte unterhalten. Rikmer's ſchneeweißes Haar gab ihm das Anſehen eines Greiſes, allein er arbeitete mit dem Eifer und der Unermüdlichkeit eines Jünglings; ſein und ſeiner Frau Fleiß und Arbeitſamkeit war nicht fruchtlos, ſondern wurde durch einen zwar beſcheidenen, doch ſtets wachſenden Wohlſtand belohnt. Von den Fehlern, welche früher ſein und der Seinigen Leben verkümmert, hatte ſich nie eine Spur gezeigt und Rikmer war der beſte Mann und Vater, der dienſtfertige Freund und Nachbar und zugleich der froheſte und zufriedenſte Menſch, den es geben kann.
Detlev war dreizehn Jahr alt, Elbe im achten und ein jüngerer Bruder fünf Jahr. Herr Walter, der ſich noch im⸗ mer mit lebhaftem Antheil der Halligbewohner erinnerte, hatte ihm und Maatje Blumenzwiebeln und Samen geſchickt und ein ganzer Blumenflor blühte auf den Fenſterbrettern. Doch war deshalb von dem Knaben die Freude nicht ver⸗ geſſen, welche das kleine, unſcheinbare Maßliebchen ihm einſt gewährt. Eben ſo wenig war die Erinnerung an das Ent⸗ zücken aus ſeinem Gedächtniß verwiſcht, welches ihm der Stachelbeerbuſch erregt hatte. Seine Sehnſucht nach einem Walde war faſt eben ſo mächtig wie ſonſt und jetzt hatte er die Ausſicht, ſie bald verwirklicht zu ſehen.
Bei den guten Anlagen, die Detlev von Kindheit ge⸗ zeigt, hatten ſeine Eltern und Freunde den Plan, ihn Thev⸗


