101 logie ſtudiren zu laſſen. Er ſelber hatte dazu die lebhafteſte Neigung, und dachte mit Freuden der Zeit, in welcher er den armen Halligbewohnern das Wort Gottes verkündigen werde, deſſen ſie in ihrem harten, drangſalvollen, von be⸗ ſtändiger Todesnoth umgebenen Leben ſo ſehr bedurften. Der Paſtor, zu deſſen Kirchſpiel ſein heimathliches Eiland gehörte, hatte den talentvollen Knaben unterrichtet; ſeit einiger Zeit war er ſtets nur einige Tage der Woche zu Hauſe geweſen und hatte die übrigen jn der Pfarrwohnung mit den nothwendigen Studien zugebracht.
An einem ſchönen Frühlingstage lag ein hübſches Schiff⸗ chen in der Nähe der Hallig vor Anker. Heine führte es und dieſes Mal war es dazu beſtimmt, Detlev aus ſeiner Heimath und nach Hamburg zu bringen.
Der Abſchied war ſchwer, doch durch die Nothwendig⸗ keit geboten und durch die Hoffnung des einſtigen Wieder⸗ ſehnes verſüßt.
Herr Walter und die Seinen nahmen den Knaben wie ein Glied ihrer Familie auf und ſuchten ihm die Heimath ſo viel wie möglich vergeſſen zu machen. Allein das Kind der armen Hallig fühlte ſich in dem prächtigen Hauſe des reichen Kaufmanns nicht ganz behaglich, ſo freundlich und liebevoll ihm auch Jedermann entgegenkam. Es war nicht der hier herrſchende Luxus, welcher den an die größte Einfachheit ge⸗ wöhnten Knaben drückte, im Gegentheil erfreute er ſich an all den ſchönen Sachen um ihn her faſt ebenſo, wie in ſeiner Kindheit an den Raritäten in der„guten“ Stube der Nach⸗ barin; aber der Anblick des Meeres fehlte ihm. Die Blu⸗ men und Bäume, die üppigen Wieſen und die wogenden
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