98 worden. Mit Freude entdeckten ſie einiges Haus⸗ und Küchengeräth, das ſich in den Höhlungen verfangen hatte oder auf Lattenwerk hängen geblieben war. Auch fanden ſie zwei Brote, die aber vom Seewaſſer verdorben waren, und ein Fäßchen Mehl, allein ſie hatten kein Waſſer, um es zu kochen. Die Männer und Heine brachten indeß Balken, Sparren und Latten zuſammen und begannen davon ſogleich eine Hütte aufzurichten, damit ſie für die Nacht nicht obdach⸗ los waren.
Mit großer Mühe und Geduld gelang es den Frauen, ein Feuer anzuzünden, bei welchem ſie ſich ein wenig trocknen konnten. Auch ſollten ſie nicht ohne Speiſe bleiben. Detlev und Maatje, die in den Höhlungen der Werfte umherſtöberten, fanden einige Flaſchen Wein, welche Herr Walter ihnen ge⸗ ſchickt hatte. Der Wein wurde mit Mehl gekocht und ge⸗ währte den Hungrigen die beſte Erquickung, goß wieder Lebenswärme in ihre durchkälteten Körper.
Die furchtbare Ueberſchwemmung welche die Halligen heimgeſucht, erregte nah und fern die lebhafteſte Theilnahme und reiche Gaben der Mildthätigkeit ſtrömten herbei für die von Allem Entblößten. Unſrer Bekannten nahm ſich Herr Walter beſonders an und durch ſeine Unterſtützung gelang es ihnen bald, die Wohnungen wieder aufzurichten. Das
Häuschen Riekmer's war ganz fortgeriſſen und von dem ſei⸗
nes Nachbars nur das Pfahlwerk übrig geblieben.
Trotz der Schreckniſſe und Gefahren, denen die Hal⸗ ligbewohner wieder ausgeſetzt geweſen, dachte doch Nir⸗ mand von ihnen daran, auszuwandern und ſich auf dem Feſtlande niederzulaſſen. Alle ſiedelten ſich wieder auf der
„——


