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In Mitten der Nordsee : Erzählung für die Jugend / von Marie Roskowska
Entstehung
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Heudieme, die noch von dem am Flechtwerk herabhängenden

Steinen zuſammengehalten wurde. Ein Stück des zertrüm⸗ merten Gebälks ragte aus dem wankenden Dach hervor; der Heuhaufen ward dagegen geſchleudert, überſchlug ſich und ging auseinander. Der obere Theil ſchoß unter das Dach und überſchüttete die Bodeninhaber mit naſſem Heu.

Detlev, mein Sohn! ſchrie Frau Rikmer auf. Der Knabe lag zu ihren Füßen, verwirrt, athemlos, das unange⸗ nem ſchmeckende Salzwaſſer von ſich ſprudelnd und ſeine Kleider waſſertriefend. Aber er lebte doch, ſie hatte ihn wieder und drückte ihn ſo entzückt an ſich, daß Elle davon erwachte und zu weinen begann. Sie beruhigte ſich indeß bald, da ſie nur freudige Geſichter um ſich ſah.

Der Vater des Knaben war nicht minder glücklich und nahm ihn feſt in ſeine Arme, entſchloſſen, ihn erſt daraus loszulaſſen, wenn ſein Lebensathem geſchwunden ſei. Die glücklichen Eltern vergaßen in dem Anblick des wiederge⸗ ſchenkten Kindes völlig die eigene Gefahr und dankten Gott ſo inbrünſtig, als ſei alle Noth zu Ende.

Man kann ſich denken, wie glücklich Detlev war, als er ſich ſo plötzlich mitten unter den Seinen und den freund⸗ lichen Nachbarn fand, nachdem er ſich vorher allein in der empörten See geſehen hatte. War er doch auch obenein auf einem Boden, der nach ſeiner Meinung, wie nach ſeiner auf der Heudieme gemachten Erfahrung, ein recht ſicherer, be⸗ quemer und angenehmer Aufenthalt war. Er erwiderte die Küſſe, womit Vater und Mutter ihn bedeckten, von ganzem Herzen und erinnerte ſich nicht einmal des Verluſtes ſeines Blumentopfs, den er ſonſt gewiß ſehr bedauert hätte.