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In Mitten der Nordsee : Erzählung für die Jugend / von Marie Roskowska
Entstehung
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Heranwallende Wogen riſſen einen Theil des Daches fort. Die Ausſicht auf den empörten Ocean war nun völlig frei und die Gefahr in ihrer ganzen Größe ſichtbar. Rings um ſie her brauſte ein unüberſehbar weites Wogenfeld haus⸗ hohe Wogen thürmten ſich empor und drohten die Ueberreſte des Hauſes ganz mit ſich fortzureißen, begnügten ſich vor⸗ läufig aber damit, einen Balken, eine Sparre oder einige Bretter mit ſich zu nehmen; einige Minuten drängte ſich dann wieder eine ſchäumende Welle unter dem Boden durch das Gebälk, welches ihn ſtützte, als wollte ſie die letzte Zu⸗ fluchtſtäte der Unglücklichen in Trümmer auseinander und hoch in die Luft ſprengen. Dabei zeigten ſich in der Richtung, welche durch Wind und Wellenſchlag vorgezeichnet war, die verſchiedenartigſten Gegenſtände, Betten, Wiegen und allerlei Hausgeräth Holzſtücke in allen Größen und Formen, Heudiemen und todte Schafe. Und dazwiſchen tauchte auch wohl hier und da eine menſchliche Geſtalt auf und zeigte den noch Lebenden, was ſie erwarte. Der faſt grelle Mondſchein umwob mit fürchterlicher Helle dieſes Schreckensgemälde, welches bewies, daß die nordweſtlich liegenden Halligen in dieſer Nacht von derſelben Noth heimgeſucht worden. Alle auf dem Meere treibenden Körper wogten dem Feſtlande zu, an deſſen Deichen auch wohl unſere Bekannten eine Ruhe⸗ ſtätte fanden, ehe noch der Morgen nach dieſer entſetzlichen Nacht tagte.

Angeſichts dieſer Scene, deren Graus und Schauerlich⸗ keit keine Beſchreibung ausdrückt, ſank ſelbſt dem Muthigſten das Herz. Die Männer und Heine verhüllten ihr Geſicht mit den Händen, um nichts mehr zu ſehen.

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