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In Mitten der Nordsee : Erzählung für die Jugend / von Marie Roskowska
Entstehung
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zu klein geworden war. Bei der Schwierigkeit, welche die Verbindung mit dem Feſtlande oft macht, namentlich in der ſtürmiſchen Jahreszeit, iſt nämlich faſt in jedem Hauſe ein großer und kleiner Sarg für plötzliche Todesfälle vorräthig. Von dem Verkehr mit der Welt abgeſchnitten, muß der Hal⸗ ligbewohner auch auf unvorhergeſehene Fälle ſo gut als mög⸗ lich vorbereitet ſein.

Doch was Henneke auch für Rikmer gethan haben mochte, es hatte ſeine Stimmung nicht verändert, und ſie vermieden ihn daher, weil ſein Anblick nicht angenehm war. Er hielt dieſes Ausweichen für Stolz und ging nun ſeinerſeits dem hochmüthigen Pack, wie er ſie nannte, aus dem Wege. Auch erbitterte ihn Alles, was er von der Behäbigkeit des Nachbar ſah, und in dem unſchuldigſten Umſtande fand er Veranlaſſung zu denken, dieſer oder die Seinen prahlten mit ihrer Wohlhabenheit, was ſie ſich gewiß nicht einfallen ließen.

Seine Frau hatte ſchlimmere Tage bei ihm und noch ſchlimmere, ſeitdem ihre Aeltern geſtorben waren und ſie ihre Schweſter Meike bei ſich hatte, obgleich ihr die Gegenwart Meikes eine große Hilfe und auch oft ein großer Troſt war. Rikmer meinte jetzt, die beiden Frauenzimmer könnten Alles beſchaffen, was nöthig war, und wollte gar nicht mehr Hand anlegen.

Frau Rikkmer war ſtill, ſanft und ſchüchtern; nachdem ihr Mann die freundlichen Vorſtellungen, die ſie ihm wegen ſeiner Trägheit und Nachläſſikeit gemacht, ſehr übel aufge⸗ nommen hatte, ſchwieg ſie, und ohne dieſes Schweigen hätte es in ihrem Hauſe auch fortwährenden Streit und Hader gegeben. Aber ſie härmte ſich im Stillen tief. S. Schwe⸗

In Mitten der Nordſee.

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