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In Mitten der Nordsee : Erzählung für die Jugend / von Marie Roskowska
Entstehung
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nach Vergnügungen, fanden in Arbeit und Gebet die beſte Zerſtreuung. Auf die Kinder war derſelbe einfache Sinn theils vererbt, theils war er ihnen anerzogen; die Ruhe und Einſilbigkeit der Eltern hatte ſich ſogar in den Spielen der Kleinen wiedergeſpiegelt. Sie hatten faſt nie gelärmt, oder laut gelacht, nicht umhergetollt in wildem Uebermuth, wie das Kinder, beſonders Knaben, ſo oft thun. Sie waren immer heiter, aber ihre Spiele gewöhnlich ſtill und geräuſch⸗ los, wie faſt das ganze Weſen der Holligbewohner. Im be⸗ ſtändigen Anſchauen des weiten Oceans, in ſeinem ewigen Rauſchen und Wogenſchwall konnte laute Luſtigkeit nicht auf⸗ kommen, fühlte Jung und Alt ſich ernſt, faſt feierlich ge⸗ ſtimmt.

Zuweilen legten Schiffer an und brachten irgend einen Vorrath in die Wirthſchaft, oder der Vater holte zur Schaf⸗ ſchur einige Bekannte von der nächſten Hallig. Auch ruderte Heine ſeine Schweſter manchmal auf dem glänzenden, ſpiegel⸗ glatten Meer, wobei ſie kleine, wunderbar geſtaltete Seethiere auffiſchte, oder Tang und Seegras, aus dem ſie dann Kränze zum Schmuck ihres Hauſes wand, die einzigen Kränze, welche ſie flocht, denn Laub und Blumen gab es ja nicht, kannte ſie kaum.

Mitunter ſegelte auch ein Schiff vorüber, deſſen vom Winde aufgeblähtes Linnen in weiteſter Ferne den Flügeln einer Möve glich, das aber auch dann dem ſcharfen Blick des Knaben nicht entging. Bei ſeinem Anſchauen träumte er gewöhnlich von der unbekannten Weite, von der Zeit, in welcher er auch in fremden Zonen das zwar treuloſe, aber ſchöne Element befahren würde, wie es ſein Vater einſt ge⸗