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In Mitten der Nordsee : Erzählung für die Jugend / von Marie Roskowska
Entstehung
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lich heim kam auf die Hallig zu ſeinen alten Aeltern, hatte er von ſeinem Gelde Werfte und Haus neu aufrichten laſſen und ſeine Schafheerde vergrößert. Seitdem hatte ihn zwar einmal eine furchtbare Ueberſchwemmung heimgeſucht, indeß war dadurch ſein Wohlſtand nicht ganz zerſtört worden und durch ſeine und ſeiner Frau Sparſamkeit hatten ſie ſich von den dabei erlittenen Verluſten an Hab und Gut bald erholt.

Die Einrichtung des Hauſes entſprach ſeiner Wohlha⸗ benheit. Da war kein Luxus, doch alles ſolid und dauer⸗ haft und diegute Stube überraſchte Jeden, der ſie zuerſt betrat. An den nicht großen, durch feſte Laden zu verwah⸗ renden Fenſtern befanden ſich weiße Gardinen, die Stühle waren mit Kiſſen, die Tiſche und eine Kommode mit Decken be⸗ legt. Einige hell polirte Schränke ſtanden an den blau ange⸗ ſtrichenen Wänden und ein Schrank mit Glasſcheiben enthielt einen ausgeſtopften Papagei, verſchiedene ſchöne, große Muſcheln, eine Kokosnuß und dergleichen Raritäten, wie ſie ein Seemann aus fernen Ländern mitzubringen pflegt. Un⸗ ter dem runden Spiegel hingen einige Citronen und auf den Fenſterbretern ſtanden drei Blumentöpfe. Der Stolz der Hausfrau beſtand darin, ihre ganze Wirthſchaft ſehr ſauber zu halten, und dieſe Stube wo möglich noch ſauberer, allein auf die drei Blumentöpfe verwandte ſie die verhält⸗ nißmäßig größte Sorgfalt. Sie wurde dafür belohnt, denn ihr Goldlack und der Roſenbaum blühten faſt das ganze Jahr hindurch und die Reſeda erfüllte das ziemlich niedrige Gemach mit ihrem würzigen Duft.

Eines Morgens ſaß die Familie Henneke am Eftiſch.

Das Frühſtück beſtand aus Thee und Schwarzbrot, der