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5 nur ein ſchmaler Gang; an der einen Giebelſeite befand ſich eine mit Raſen ausgelegte Grube, der Brunnen des Hallig⸗ bewohners. Darin ſammelte ſich das Regenwaſſer, welches vom Himmel fiel, oder von den Seiten durchſickerte; es diente den Schafen zur Tränke, wie zum Gebrauch der Leute.
An das Wohnhaus ſchloß ſich der Schaſſtall. Uebri⸗ gens war die Werfte nicht ſo gut unterhalten, wie das bei den häufigen Stürmen nöthig ſchien.
Das Innere der Wohnung war ſo dürſtig, wie das Aeußere. Einige rohe Tiſche und Bänke, ein roth und blau bemalter Koffer bildeten das hauptſächlichſte Mobiliar. Hier wohnte Arvſt Rikmer mit ſeiner Frau und zwei Kindern, und der Schweſter ſeiner Frau.
Die zweite Werfte war bedeutend größer, höher und beſer unterhalten und das Haus verrieth einigen Wohl⸗ ſtand; es war zwar auch nur einſtöckig, und ſtrohgedeckt, aber geräumiger, hübſch abgeputzt und blau und roth ange⸗ ſtrichen. Vor der Thür ſtand eine Bank, auf welcher der Hausherr oft mit ſeiner Pfeife ſaß, und dicht daneben ein Stachelbeerbuſch, eine große Seltenheit und Merkwürdigkeit auf einer Hallig, wo man weder Bäume noch Strauch, we⸗ der ein Gemüſebeet noch Blumen findet.
Der alte Edlef Henneke beſaß noch manchen andern Schatz und ſeine Wohlhabenheit war ſprüchwörtlich auf den nächſten Inſeln. Er war in ſeiner Jugend viele Jahre hin⸗ durch draußen auf der See geweſen, zuerſt als Matroſe, dann als Steuerman, zuletzt gar als Schiffsherr— denn er war ein geſchickter, tüchtiger Seemann, hatte ſeine Löh⸗ nung geſpart und das Glück wollte ihm wohl. Als er end⸗


