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Polnische Mütter : historische Novelle / von M. Roskowska
Entstehung
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Jadwiga entfernte ſich mit dem Kinde und der Kammerjungfer. Ihr Gatte, dem der Zutritt in's Kloſter verſagt war, erwartete ſie. Als ſie Nachmittags wieder⸗ kam, fand ſie ihre Mutter nicht mehr unter den Lebenden. Sanft und ſtill war ſie für immer entſchlafen.

Die junge Gräfin beweinte ihren Tod aufrichtig, fand aber einen wirkſamen Troſt in dem Lächeln ihres Kindes. Palowski hatte den Aufenthalt auf ſeinen Gü⸗ tern genommen und war ſehr glücklich. Jadwiga liebte ihn zwar nicht mit der Leidenſchaft, welche er für ſie empfand, allein ſie ſchätzte und achtete ihn. Der kleine Severin entwickelte ſich überraſchend ſchnell, und die jun⸗ ge Mutter fand eben ſo ſehr ihr Glück in ihrem Kna⸗ ben, wie einſt die Gräfin Strzelno. Doch führte ſie ihre Liebe nicht auf verderbliche Irrwege. Nur Stanislaw's Schickſal trübte vorläufig ihre Zufrie⸗ denheit.

Stanislaw erreichte, glücklicher als viele ſeiner Landsleute, die franzöſiſche Grenze und lebte in der Verbannung arm und kummervoll. Sein Vermögen war confiscirt, die Tante in einem Geiſteszuſtande, der ſie ihren Neffen ganz vergeſſen ließ. Eine bedeutende Geld⸗ ſumme, welche die Gräfin Strzelno ihm übermachen ließ, nahm der ſtolze junge Mann nicht an. Er litt tief, denn zu dem Kummer um das unglückliche Vaterland