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Polnische Mütter : historische Novelle / von M. Roskowska
Entstehung
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entſtellten Zügen. Jadwiga bemerkte das mit herzlicher Freude und ſagte lebhaft: Wenn Du das Bett erſt verlaſſen kannſt, mußt Du auch dieſen düſtern Ort verlaſſen und mit uns kom⸗ men. Der Anblick Deines Enkels wird Dich geſund machen und verjüngen. Auch mußt Du mir ja helfen, ihn zu lieben und zu erziehen. Wir wollen ihn von der zarteſten Kindheit an nur zum Guten gewöhnen und namentlich ihn unſer armes Vaterland lieben lehren. Du wunderſt Dich über meine Worte? Ja ſieh, früher, in meiner Jugend, war ich ein thörichtes, gedankenloſes Weſen, kümmerte mich mehr um mich ſelber, als um das allgemeine Intereſſe. Das iſt jetzt ganz anders, denn ich habe ja die Pflicht, meinen Sohn zu einem tüchtigen Manne zu bilden. Auch wurzele ich jetzt erſt feſt in mei⸗ nem Volk, da ich ihm einen künftigen Mitbürger gegeben habe, liebe jetzt erſt Polen von ganzem Herzen, da ich einen kleinen Polen an meine Bruſt drücke. Und er ſoll nie ver⸗ geſſen, daß er Pole iſt, daß ſeine unglückliche Heimath geheiligte Anſprüche an ihn hat und Vaterlandsliebe eine der hervorragendſten Tugenden unſerer Nation iſt! Amen! erwiederte Frau Strzelno und küßte den Enkel und die junge Mutter. Dann fügte ſie matt hinzu: Ich bin müde, Kind, und möchte ein wenig ſchlafen! Lebe vorläufig wohl und grüße Palowski! 16*