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Polnische Mütter : historische Novelle / von M. Roskowska
Entstehung
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Mir iſt damit eine unnennbare Laſt von der Seele gewälzt! ſagte die Gräfin.Doch welches Wunder rief dieſe Veränderung hervor?

Die Seligkeit, Mutter zu ſein! erwiederte Jad⸗ wiga mit einem Lächeln, welches ſo verſchieden von dem früheren nichtsſagenden war, daß die Gräfin eine Thräne des Glücks in ihr Auge ſteigen fühlte.Aber Du haſt ja meinen Knaben noch gar nicht geſehen! fügte die junge Frau hinzu und erhob ſich haſtig. Sie nahm das Kind aus den Armen Joſepha's und legte es ſtolz und glücklich auf das Lager der Kranken. Es ſchlug eben ein Paar wunderſchöne, dunkle Augen auf.

Severin! rief die Gräfin überraſcht und entzückt.

Woher weißt Du, daß er ſo heißt? fragte die junge Mutter erſtaunt.

Er iſt ganz das Ebenbild Deines Bruders! Da ſieh! verſetzte die alte Frau. Sie zog ein Medaillon hervor, in welchem ſich das Bild ihres Sohnes als Säugling gemalt befand und welches ſie ſtets auf dem Herzen getragen hatte.

Der Kleine glich dem Porträt Zug für Zug, legte darüber aber keine Theilnahme an den Tag. Nachdem er ſich behaglich gedehnt, ſchlief er wieder ein.