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Endlich ſagte ſie weinend:„O meine Mutter, daß ich Dich ſo wiederfinden muß! Ich wollte ſchon vor einigen Wochen kommen, aber Palowski litt es nicht; er meinte, die Aufregung des Wiederſehens könnte mir ſchaden!“
„Mein Gott, mein Gott, wie danke ich Dir!“ flüſterte die Gräfin.„Sie weint wieder, ſie empfindet wieder, wie andere Menſchen— ich habe ihre Seele alſo nicht gemordet. Das iſt ein Beweis Deiner Gnade, ein Zeichen, daß Du den Fluch von mir genommen haſt.— Aber vergiebſt Du mir, daß ich Dich von Stanislaw trennte, Dein Lebensglück zerſtörte?“ fragte ſie dann die erſchütterte Tochter.
„Ich bin nicht mehr unglücklich!“ antwortete dieſe mit dem Ausdruck der Wahrheit.„Und Stanislaw wird mich mit der Zeit auch vergeſſen und glücklich werden. Palowoski iſt gut, und obgleich ich ihn nicht liebe, wie ich einſt Stanislaw liebte, wie man nur einmal im Leben lieben kann, ſo bin ich ihm doch herzlich zugethan. Sein Glück befriedigt mich, und dann gab mir ja Gott einen Erſatz für Alles, was ich mit der erſten Liebe verlor. Ich bin alſo zufrieden und unausſprechlich dankbar dafür, daß dieſe unnatürliche Lähmung meines Gemüths gelöſt iſt, daß ich nicht mehr wie ein Geſpenſt unter den Menſchen umherwandle!“


