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Polnische Mütter : historische Novelle / von M. Roskowska
Entstehung
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Die Nonne trat ein, welche die Kranke wartete, und ſagte ihr, eine junge Dame verlange dringend, ſie zu ſpre⸗ chen. Die Gräfin horchte hoch auf; ſie hatte keine Nach⸗ richt von außerhalb der Kloſtermauern erhalten und be⸗ gehrt wer erinnerte ſich alſo ihrer?Doch gleichviel, ſie mag kommen, äußerte ſie.

Als die Thür aufging, traute ſie ihren Augen kaum und erhob mit dem leiſen Ruf:Jadwiga! ihre zittern⸗ den Arme.

Die junge Frau war nicht mehr ſo blühend, wie früher, eine ſanfte Bläſſe lag auf ihrem lieblichen Geſicht. Sie erkannte in dem abgehärmten, greiſenhaften Weſen zuerſt gar nicht ihre Mutter, dann perlten heiße Thränen in ihren Augen und ſie umſchlang feſt und innig die ge⸗ brechliche Geſtalt.

Joſepha mit einem Säugling war ihr gefolgt; da man vorläufig ihre Gegenwart zu vergeſſen ſchien, ſetzte ſie ſich auf einen hölzernen Schemel und ſchaute ſich halb erſtaunt, halb erfurchtsvoll in der Zelle um.

Frau Strzelno hielt ihre Tochter mit ihren ſchwa⸗ chen Händen und ſah, hörte und dachte nichts, als ſie.

Jadwiga kniete vor dem Bett und küßte die runzel⸗ volle Stirn, das weiße Haar der vorzeitig Gealterten.