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eben ſo ſehr, als dieſe ſchöne glänzende Frau mit der ab⸗ gezehrten, mumienhaften Geſtalt, die das dürftige Bett einnahm.
Faſten und Beten, Reue und Kaſteiung hatte der Gräfin den Frieden nicht wiedergeben können. Es waren eben nur äußerliche Uebungen und trotz ihres angſtvollen Ringens fehlte doch der rechte Glaube an die Wirkſamkeit ihrer Reue. Sie war, wie man heute ſagen würde, nicht von dem Finger der Gnade berührt, nicht erweckt und wiedergeboren worden im Geiſte. Ihre Schuld ſchien ihr zu groß, um Vergebung, ihr Schmerz zu tief, um einen Balſam zu finden. Ihr Körper ertrug die Seelenangſt und Verzweiflung und die harte ascetiſche Lebensweiſe nicht; binnen Jahresfriſt nach ihrem Eintrit in's Kloſter waren ihre Kräfte aufgerieben und der Tod unabwendbar nahe. Allein ſie konnte nicht ſterben, wie ſie auch nicht leben konnte.
Oft und auch jetzt wieder, als ſie einſam dalag, dachte ſie mit heißer Sehnſucht an ihre Tochter. Sie hätte nur einen herzlichen Blick von ihr erhalten und mit hin⸗ über nehmen mögen in die dunkle Todesſtunde und das unbekannte Jenſeits. Aber was half es, wenn ſie Jadwiga an ihr Sterbelager beſchied; deren kaltes Weſen hätte ſie ja nur daran gemahnt, daß es für ſie keine Verſöhnung gab. Und das wußte ſie auch ohnehin.


