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waren, wie ſie ſelber und weniger Pflege und Rückſicht bedurften, weniger Schmerz und Qual gekoſtet hatten. Jetzt war aber ein Wendepunkt in Marhnia's Zuſtand eingetreten. Sie wurde geſund und erblühte täglich ſchö⸗ ner. Wenn die Eltern ſie vorher heiß und angſtvoll ge⸗ liebt hatten, ſo verminderte ſich jetzt ihre Zärtlichkeit nicht. Doch Marhnia war nicht nur der Liebling ihrer Eltern, ſondern auch der Augapfel ihrer Brüder. Mit der zarten Schonung und Sorge des Stärkeren gegen den Schwä⸗ cheren hatten ſie ſtets das geduldige, leidende Kind be⸗ handelt; jetzt, als ſie ſich phyſiſch und intellectuell über⸗ raſchend ſchnell einwickelte, betrachteten ſie die einzige Schweſter mit dem ganzen Stolz, welchen Brüder in ähn⸗ lichen Fällen empfinden.
Marhnia erwiederte ihre und des Vaters Liebe ſehr lebhaft, die Mutter zog ſie jedoch allen Uebrigen vor und hing an ihr mit ſchwärmeriſcher Innigkeit. Ueber⸗ haupt war ſie, obwohl äußerlich ſtill und ruhig, ſehr lei⸗ denſchaftlicher Empfindungen fähig. Die faſt beſtändige Kränklichkeit und der Mangel an fröhlichen Geſpielinnen ihres Alters hatte ihr von Natur ſchon ernſtes Ge⸗ müth noch ernſter und ſtrenger geſtimmt, ihren Sinn mehr nach innen gekehrt. Auch jetzt, nachdem die körper⸗ liche Unbehaglichkeit geſchwunden war, welche den jugend⸗ lichen Frohſinn gewöhnlich niederdrückt, war ſie nicht


