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Polnische Mütter : historische Novelle / von M. Roskowska
Entstehung
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heiter im Sinne der Jugend. Lautes Lachen und über⸗ müthiges Scherzen und Necken blieb ihr fremd; Putz, lärmende Vergnügungen, die Huldigungen der Männer, d. h. faſt Alles, was junge Mädchen berauſcht, oder doch lebhaft erfreut, war ihr gleichgültig; dagegen beſchäftigte ſie ausſchließlich ein großes Intereſſe.

Vielen heißt es Weiblichkeit, in der Sorge und Liebe für den Gatten, die Kinder und das Haus aufgehen, und in dieſem Sinne war Frau Dziekonska allerdings nicht ganz weiblich. Sie nahm lebhaften Antheil an allem Bedeutenden, das zu ihrer Kenntniß kam, und be⸗ ſaß in hohem Grade die glühende, unauslöſchliche und opferfrendige Hingebung für ihr Vaterland, welche die Polinnen auszeichnet. Ihre Kinder hatten dieſelbe ererbt und durch Lehre und Beiſpiel von früheſter Jugend an eingeſogen; auf die Tochter aber war beſonders viel von dem ganzen Weſen der Generalin übergegangen. Nur hatte Marhnia's Begeiſterung für Polen eine größere Beimiſchung von Schwärmerei, als die ihrer Mutter, welche durch manche bittere Erfahrung zwar nicht ernüch⸗ tert, aber doch minder hoch geſtimmt war. Das inſtink⸗ tive Verlangen des erwachenden jungen Herzens, welches bei aller Zärtlichkeit der Eltern und Verwandten, ſich nach einem andern, fremden Gegenſtand der Hingebung ſehnt, wurde von Marynia in ihre Liebe für das Hei⸗ iathland übertragen.