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das Eigenthum deutſcher Frauen hält, die indeß häufig das ſchöne Erbe der Frauen aller Volksſtämme und aller Zeiten waren und ſind: ein reines, tiefes Gemüth, Sinn für das Häusliche, mit einem Wort: Weiblichkeit. Sie war unberührt geblieben von der Leichtfertigkeit der da⸗ maligen Zeit, von der Sittenloſigkeit, welche ſich wie ein böſes Miasma vom franzöſiſchen Hofe über alle Welt ver⸗ breitet und namentlich durch das Beiſpiel des regierenden Königs Eingang in die polniſche Ariſtokratie gefunden hatte. Die frivolen Frauen und Männer, welche ſie einſt wegen ihrer Schönheit und wegen ihres fleckenloſen Wan⸗ dels beneidet, oder ihre Unwiderſtehlichkeit an ihr umſonſt verfucht, hatten es nie gewagt, den Ruf der Frau Dzie⸗ konska anzutaſten. Dabei verſchmähte ſie nicht, wie die meiſten ihrer Landsmänninnen, die Sorge um die Wirth⸗ ſchaftsangelegenheiten, und ihr Haus und Vermögen war ſo wohl beſtellt, wie ſelten eins in Polen. Obgleich ihr Gatte bedeutend älter war, als ſie, und dem erſten An⸗ ſchein nach wenig Liebenswürdigkeit beſaß, hatte ſie ihn doch ſtets innig geliebt. Seit einem Vierteljahrhundert verbunden, hatte nie ein ernſter Zwiſt, ein wirklicher Un⸗ friede ſie einander entfremdet. Freilich hatte an ihrem Lebenshorizonte nicht immer die Sonne geſtanden, es war oft Nacht geworden; allein Kummer und Sorge, die Schrecken des Bürgerkrieges und die Noth des Vater⸗
1860. VI. Polniſche Mütter.


