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Jetzt kniete er zu ihren Füßen, ſagte ihr mit der ganzen Leidenſchaftlichkeit ſeiner Natur und ſeiner zweiundzwanzig Jahre, daß er ſie liebe, und küßte dann das Geſtändniß ihrer Gegenliebe von ihrem Munde.
Uebrigens war dieſe Neigung den Familien Beider kein Geheimniß und ſie hatten derſelben kein Hinderniß in den Weg gelegt. Die Gräfin hatte faſt nichts gegen den Schwiegerſohn, der ziemlich begütert und ein talent⸗ voller Offizier war; ihr Gemahl mochte ihn ſogar gern leiden. Stanislaw hatte keine Eltern und war ganz un⸗ abhängig. Seine nächſten Verwandten, der General Dzie⸗ konski und deſſen Frau, fanden Jadwiga auch ſehr liebens⸗ würdig und wollten ſein Glick nicht ſtören.
Während das junge Paar ſich in einem Wonnerauſch befand und ſich heilig gelobte, den dritten Mai niemals zu vergeſſen, hatte Jadwiga's Mutter eine Unterredung mit dem Grafen Palowski. Nach ſeiner Frage, ob ſie ihm das Glück ihrer Tochter anvertrauen würde, antwor⸗ tete ſie mit dem freundlichſten Lächeln:
„Unbedingt, liebſter Graf. Aber leider fürchte ich, Jadwiga ſelbſt wird nicht ſo denken, wie ich. Ihr ſteckt, wie Sie wohl wiſſen, ein junger Offizier im Kopf, oder vielmehr im Herzen, und eine ſogenannte erſte Liebe iſt nicht immer vernün ftig. Ich und mein Mann hatten nichts gegen ihre Wahl, bis wir Sie kennen lernten; jetzt be⸗


