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Polnische Mütter : historische Novelle / von M. Roskowska
Entstehung
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Sie hatte ziemlich ſchnell geſprochen, um ihre Verle⸗ genheit zu verbergen. Auch Stanislaw war einen Augen⸗ blick verwirrt, als er ſich vhne Zeugen ihr gegenüber ſah. Bald gewann er aber ſeine Sicherheit wieder, denn das Ge⸗ ſpräch wandte ſich auf den Gegenſtand, welcher überall, in Privatcirkeln, in öffentlichen Verſammlungen, wie in ver⸗ traulichen Herzensergüſſen, das Thema der Unterhaltung bildete: die ſegensreichen Folgen, welche man von der Verfaſſung erwartete, die achtunggebietende Stellung, welche Polen durch die Einigkeit ſeiner Bewohner in Kurzem wieder einnehmen könne. Stanislaw liebte ſein Vaterland wie jeder Pole er wurde warm und beredt, ſobald er darauf zu ſprechen kam. Jadwiga hörte ihm mit träumeriſcher Glückſeligkeit zu; vielleicht war es mehr ſeine weiche Stimme, als der Inhalt ſeiner Rede, wovon

ſie entzückt war. Allmälig kam indeß die Unterhaltung,

ohne daß Beide wußten wie, vom Allgemeinen auf das Perſönliche. Die Gelegenheit war günſtig, ein ſo unbe⸗ lauſchter Augenblick bot ſich vielleicht nicht ſobald wieder, und was ſich die Augen längſt mitgetheilt hatten, trat auch über die Lippen. Seitdem Stanislaw Jadwiga zu Anfang des Winters auf einem Balle geſehen, hatte er ſie geliebt; ihr Erröthen und ihre Verwirrung hatten ſtets verrathen, daß er ihr nicht gleichgültig geblieben, und Beide hatten nicht an der Natur ihrer Gefühle gezweifelt.