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Polnische Mütter : historische Novelle / von M. Roskowska
Entstehung
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wünſchte ſeinen Dienſt, welcher ihn an die Perſon des Königs feſſelte.

Welch' ein herrlicher Geſang! ſagte Jadwiga Strzelno lebhaft zu Marhnia.Ich bin ganz entzückt und bedauere nur, daß Dein Couſin Stanislaw ihn nicht hörte! Die letzten Worte ſprach ſie leiſe und haſtig, mit einem tiefen Erröthen.

Marynia ſtimmte einſilbig bei. Es gab nicht leicht einen größeren Contraſt, als dieſe beiden jungen Mäd⸗ chen, ihre Mütter etwa ausgenommen. Jadwiga, das Bild blühender Geſundheit, entzückt von dem Geſange, mit Sehnſucht anCouſin Stanislaw denkend, noch tief gerührt von der kirchlichen Feier, doch gleichzeitig be⸗ ſchäftigt mit der Außenwelt und den Freuden des Le⸗ bens; Marynia dagegen noch unberührt von den Ahnungen und Empfindungen, die Jadwiga's liebliches Antlitz mit Purpurglut färbten. Aus ihrem ſchönen, vor innerer Erregung erblaßten Geſicht und ihren ſinnenden ſchwarzen Augen ſprach Ernſt, Andacht und Begeiſterung. Sie hatte nichts von Severims Anſtarren und den Außen⸗ dingen überhaupt bemerkt; ſie brauchte Zeit, um ſich wie⸗ der in der Wirklichkeit zurecht zu finden, und verſtand wenig von Allem, was Jadwiga ihr vorplauderte, wäh⸗ rend ſie warteten, bis der Zug die Kirche verlaſſen hatte.

Die Gräfin war ganz Liebenswürdigkeit und Zu⸗