123 die den Sklaven, welche ſie hieher geführt, bei der Bereitung des Abendeſſens half.
Ein Theil der Ruſſen quartirte ſich in Kosko's Balagan ein und zu Saagſchehms großer Freude war auch Galgal dabei. Dieſer ſtand jetzt bei den Koſaken in hohem Anſehn, fühlte ſich aber ſehr getäuſcht, als er Tſchekawa nicht fand. Indeß hoffte er noch, ihrer habhaft zu werden, und gab der alten Frau die ſchönſten Worte, damit ſie ihm den Aufent⸗ halt ihrer Enkelin verrathe.
Saagſchehm wies ihn nicht geradezu ab, ſondern meinte nur, am andern Tage wäre Zeit daran zu denken. Sie war ſo freundlich und dienſtbefliſſen, daß Galgal, der, wie man zu ſagen pflegt, mit allen Hunden gehetzt war, mißtrauiſch gegen ſie wurde. Er warnte die Koſaken, doch dieſe achteten nicht darauf Sie waren müde von dem Marſch durch das mit mächtigen Gräſern und dichten Schlingpflanzen über⸗ wachſene Land und fürchteten die wenigen Itelmenen nicht, welche ſich im Walde verſteckt haben mochten. Da es in Strömen regnete, ſtellten ſie nicht einmal eine Wache aus und das kam Saagſchehm ſehr gelegen.
Die Alte hatte unter den Thee, welchen ſie den Ruſſen bereitet, unbemerkt etwas von einem Kraut gethan, das einen tiefen, ſüßen Schlaf und liebliche Träume gab. Bald ſchlie⸗ fen Alle feſt, wie nach einem Schlaftrunk, nur Galgal hatte ſich noch wach erhalten. Saagſchehm wollte hinausgehn, das gefiel ihm aber nicht; er fürchtete Verrath und legte ſich, da auch ihn die Schläfrigkeit überwältigte, vor die Thüre, ſo daß ſie nicht hinaus konnte. Um nicht Verdacht zu erregen mußte, ſie bleiben, auch machte ſie ſich nicht viel


