Druckschrift 
Die Eroberung Nischnois : eine Erzählung für die Jugend und ihre Freunde / von Marie Roskowska
Entstehung
Einzelbild herunterladen

hellſten Licht. Alle gehorchten ihm und verlangten von ihm Befehle und obgleich er keine Erfahrung beſaß und noch ein Knabe war, verriethen doch ſeine in der Eile getroffenen An⸗ ſtalten eine Klugheit und Unſicht, welche ſeinen Landsleuten Achtung und Vertrauen einflößten. Freilich wurden manche ſeiner Anordnungen ſchlecht oder gär nicht ausgeführt; er konnte nicht überall ſein und die Leute waren ſehr einfältig und verſtanden ſelten zu gehorchen, wenn nicht ein Koſak mit der Knute hinter ihnen ſtand.

Mit einem bisher unerhörten Muthe ſchlugen die Itel⸗ menen den Agriff der wüthenden Koſaken zurück. Sonſt waren ihre Kämpfe ſtets Ueberfälle geweſen, die ſchnell auf⸗ gegeben worden, ſobald die Ruſſen ſich zur Wehre geſetzt; jetzt ſchienen ſie von einem neuen Geiſt beſeelt. Wußten ſie doch auch, daß ſie noch weniger wie ſonſt auf Gnade hoffen durften. Alexei, Kosko, Arem und Kontſchalo waren überall, wo die Noth am größten ſchien, ermuthigten die Zagenden und feuerten die Kühnen durch ihre Lobſprüche mehr an. Es galt, das Fort zu halten, denn mit ſeinem Fall warzjede Ausſicht auf Befreiung vernichtet. Nun wurde es wohl ein⸗ geſehn, welche Thorheit man begangen hatte, den Angriff nicht noch aufzuſchieben, allein die Reue kam, wie gewöhn⸗ lich, zu ſpät.

Uebrigens war noch nicht alle Hoffnung verloren. Die

Ruſſen konnten keinen Fuß breit Raum gewinnen; Feodor

und die Seinen waren ihnen ſo kräftig in den Rücken ge⸗

fallen, daß ſie ſich theilen mußten, und einige Verſtärkung

konnte bald ankommen, denn der weit und preit wahrnehm⸗

bare Ausbruch des Kamtſchatkaia war ja das Signal zum 8

.