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Die Eroberung Nischnois : eine Erzählung für die Jugend und ihre Freunde / von Marie Roskowska
Entstehung
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den Händen der Blutdürſtigen entriſſen, ſo fielen dieſe über andere Opfer her. Zu lange, zu grauſam und rückſichtslos waren die Eingebornen gemißhandelt worden; die Glut der Rachſucht ließ ſich nicht bändigen in dieſen Naturkindern, welche militäriſche Diseiplin nicht einmal dem Namen nach kannten. Beſaß ein Kamtſchadale unter den Koſaken irgend einen Freund und Gönner, ſo ſuchte er ihn jetzt auf und tödtete ihn ſelber, um ſeine Anhänglichkeit zu beweiſen, denn er dachte:mein Freund ſtirbt leichter von meinen Händen, weil er weiß, daß ich ihm keine unnöthigen Schmerzen verurſachen, und gleich die rechte Stelle treffen werde.

Nach Alexeis Anordnung ſollte vorzüglich darauf geſe⸗ hen werden, daß Niemand entkam, der die ausmarſchirten Koſaken von dem Ueberfall benachrichtige, dennoch gelang es Einigen, zu entfliehen. Die Itelmenen zerſtreuten ſich in die Häuſer, um zu plündern namentlich reizten die Kaufläden mit den vielen lockenden Waaren den begehrli⸗ chen Sinn der Kamtſchadalen. Das Anſehn der Häuptlinge hörte hier auf, ja, die Häuptlinge ſelber konnten dem Ge⸗ lüſt nicht widerſtehn und packten fertige Kleidungsſtücke und Seidenzeuge, Scheeren und Spiegel u. ſ. w. zuſammen.

Die Frauen waren ſogleich, als ſie den glücklichen Er⸗ folg des Kampfes ſahn, herbeigekommen und hatten ſich be⸗ eilt, auch etwas von der Beute zu erhalten, ehe die Andern ſich das Beſte zugeeignet. Die Verwirrung wurde dadurch noch erhöht, daß Viele über den Branntwein geriethen, den die Koſaken aus Slatkadrawa deſtillirt hatten und theuer verkauften. Sie tranken, größtentheils mit den Folgen