Druckschrift 
Die Eroberung Nischnois : eine Erzählung für die Jugend und ihre Freunde / von Marie Roskowska
Entstehung
Einzelbild herunterladen

35

eingeſchärft, ja nicht einzuſchlafen, weil ſie ſonſt leicht er⸗ ſticken konnten.

Wenn du nur ruhig biſt, geht das Wetter bald vor⸗ über! ſagte Gtechan Tatach zu Lipacha. Es wird jetzt auch gar nicht mehr lange dauern, dann kommen die Bachſtelzen und Schwalben und bringen uns den ſchönen Sommer. Da ſchneit und ſtürmt es nicht, es iſt hübſch warm und Bäume, Sträucher und Pflanzen bekommen ſchöne grüne Blätter und wir pflücken Blumen und ſuchen Beeren!

Wie lange dauert das noch? fragte Lipacha.

O gar nicht mehr lange, erwiederte ſie tröſtend.Und du weißt doch noch, wie Alle ſich freuen und jubeln und ſingen und tanzen, wenn die Bachſtelze mit dem Frühlinge gekommen iſt?Aber woher holen die Bachſtelzen und Schwalben doch nur den Frühling, Mutter? wandte ſie ſich dann an Agith, indem ſie den Zipfel des Felles lüftete.

Aus der Unterwelt! antwortete Agith.Im Pykis⸗ kratſch(Hetober) fliegen die Bachſtelzen nach der Unterwelt und nehmen den Sommer dahin mit, im Masgalkratſch (Bachſtelzenmonat, April) kommen ſie wieder und bringen die ſchöne Jahreszeit mit zurück und darum freuen wir uns ihrer Ankunft!

Warum kommen die Schwalben ſpäter und ziehn ſchon früher fort? fragte das Mädchen.

Die Bachſtelze iſt ein einſamer Vogel; ſie ſucht ihr Vergnügen nicht in Geſellſchaft und beſucht unterwegs keine Freunde und Verwandte, daher braucht ſie nicht lange Zeit zur Reiſe. Die Schwalbe hat viele Anverwandte und Freunde, die ſie auf der Hin⸗ und Herreiſe beſuchen muß.

3*