Druckschrift 
Die Eroberung Nischnois : eine Erzählung für die Jugend und ihre Freunde / von Marie Roskowska
Entstehung
Einzelbild herunterladen

31

Kopf an dieſe Bruſt, in welcher plötzlich und unerwartet ein reicher Liebesquell für ſie ſtrömte, und weinte, bis ſie erſchöpft einſchlief.

Drittes Rapitel.

Die Leichen wurden nach dem herkömmlichen Gebrauch außerhalb des Dorfes auf die Erde geworfen, wo ſie die Hunde und wilden Thiere verzehrten.

Arem und die Seinigen vertheilten ſich in die andern Jurten. Eine Wohnung, in der Jemand geſtorben, wurde immer geräumt und nie wieder be ogen.

Lipacha war einige Zeit uit ſehr ungeduldig. Er fieberte ſtark und rief faſt unaufhörlich nach Gtechan Tatach, die ſtets an ſeinem Bette ſitzen und ihm etwas erzählen oder vorſingen mußte. Sie hatte eine ſehr liebliche Stimme und kannte alle Lieder, welche die Mädchen ihres Volks angen.

Mit muſterhafter Geduld unterhielt ſie den kleinen Kran ken, denn ſie erinnerte ſich des Woetes ihrer Mutter:Thue ihm gut, er iſt ja dein Bruder! Dadurch erwarb ſie ſich die Liebe ſeiner Mutter immer mehr und auch ihr Vater hatte ſie bald eben ſo gern als ſeine beiden Söhne. Alle waren gut gegen ſie und vergaßen in Kurzem, daß ſie ſchwarz und häßlich war, undGtechan Tatach hörte auf ein Spitzname zu ſein. Natürlich fühlte ſich das Mädchen in dem allgemei⸗ nen Wohlwollen ſehr glücklich und obgleich ſie noch oft um

3