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Die Eroberung Nischnois : eine Erzählung für die Jugend und ihre Freunde / von Marie Roskowska
Entstehung
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Erfüllung zu gehn. Die Kleine war nicht mehr verlaſſen und gemieden wie ſonſt, blieb nicht die Zielſcheibe des all⸗ gemeinen Spottes. Alle bedauerten ſie und ſuchten ihr etwas Freundliches zu erzeigen; ihr Vater erinnerte ſich, daß ſie ſein Kind ſei, was er bisher wegen ihrer Häßlichkeit ſo oft vergeſſen hatte. Er machte ſich zwar keine Vorwürfe über den Tod ihrer Mutter, allein er bedauerte ſeine arme Frau doch und ſuchte ihre weinende Tochter zu tröſten. Am herzlichſten aber bewies ſich Agith gegen die Waiſe. Sie war leichtſin⸗ nig und gedankenlos, wie die meiſten ihres Volkes, doch nicht ſchlecht, und die Verzweiflung um den vermeintlichen Tod ihres Sohnes, wie ihr Entzücken, als ſie ihn wieder lebend in ihren Armen hielt, hatte ihr Herz in ſeinen innerſten Tie⸗ fen erſchüttert. Auch wußte ſie es Gtechan Tatachs Mutter heißen Dank, daß ſie ſich im Angeſicht eines grauſenhaften Todes ihres Knaben erinnert und angenommen, da ſie (Agith) ihr früher doch manche Kränkung zugefügt. Die Zärt⸗ lichkeit erweichte ſie vollends, welche Lipacha für das Mäd⸗ chen plötzlich an den Tag legte. Mild und beſchwichtigend nahm ſie die troſtlos weinende Kleine in ihre Arme und ſagte zärtlich.

Ich will fortan deine Mutter ſein, und dich ſo lieb haben wie Lipacha und ſeinen kleinen Bruder beruhige dich, liebe Gtechan Tatach!

Die Kleine ſah erſtaunt auf. So gut war Ahgith nie⸗ mals gegen ſie geweſen und mit dieſem Ton und Ausdruck hatte ſie aus deren Munde ihren Namen noch nie gehört. Klang er doch faſt ſo lieb und ſchön, als hätte ihn ihre Mutter ſelbſt ausgeſprochen. Sanft legte ſie ihren müden