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Die Eroberung Nischnois : eine Erzählung für die Jugend und ihre Freunde / von Marie Roskowska
Entstehung
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25 und hoffte, ihr Mann und deſſen Frau würden Lipacha's Rettung an dem kleinen Mädchen vergelten. Muthig und geduldig endete ſie.

Die Koſaken ſtarben nicht ſo friedlich; aber wir wollen das ſchauderhafte Bild ihres gräßlichen Todes nicht weiter ausmalen. Der, welcher durch den Zugkanal zu entkommen verſucht hatte, mußte ſich noch viel länger quälen, als die Uebrigen.

Sein Körper verſtopfte den Kanal und ließ keinen Rauch durch. Obgleich der Dampf im Schupan dicht und läſtig genug blieb, war er doch nicht erſtickend, denn die Spalten in der äußern Klappe gewährten ihm etwas Abzug und geſtatteten einigermaßen den Zutritt friſcher Luft.

Gtechan Tatach hatte ihren Bruder, wie die Mutter geheißen, ſo dicht wie möglich an das Brett geſchoben; ſie lag hinter ihm und ſtreckte ihre Rechte über ihn, um mit dem Meſſer die Ritzen zu erweitern. Natürlich gelang dies nicht beſonders, obgleich ſie mit Aufbietung aller ihrer Kräfte arbeitete. Sie war ja ſchwach und dann hinderte ſie auch ihre unbequeme Lage, das Meſſer mit beiden Händen anzu⸗ faſſen. Der Knabe vor ihr ſtöhnte und jammerte, er ver⸗ langte zu trinken und ſie vermochte ihn kaum mit zärtlichen Worten zu beruhigen. Der Koſak hinter ihr fluchte und tobte und der Gedanke an ihre Mutter, die eben mit dem ſchmerz⸗ vollen Tode rang, ſchlug ihren Muth vollends nieder. Ihr Kopfwirbelte, es ſummte und ſchwirrte vor ihren Augen und Obren, die trockne Zunge klebte am Gaumen und Angſtſchweiß bedeckte den kleinen, zitternden Körper. Sie glaubte zu ſterben und ließ das Meſſer los, welches im Holz ſtecken blieb.