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Die Eroberung Nischnois : eine Erzählung für die Jugend und ihre Freunde / von Marie Roskowska
Entstehung
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Nimm dich in Acht, liebes Kind, daß du ihm nicht wehe thuſt, der arme Junge iſt krank. Schiebe ihn nahe an die Klappe und verletze ihn nicht aus Unvorſichtigkeit mit dem Meſſer. Laß ihn an einer Spalte athmen, damit er nicht erſtickt und habe ihn immer recht lieb. Er iſt ja dein Bruder! Und dein Vater wird dich auch lieb haben und ſeine Mutter dich nicht mehr ſchelten und ſtoßen, wenn du ihnen ihr Kind lebendig bringſt. Nun lebe wohl und denke zuweilen an deine Mutter!

Mit ſo heißen Segenswünſchen, wie ſie jemals aus einer Mutterbruſt emporgeſtiegen, packte ſie eine Menge Küchen⸗ geſchirr, das gewöhnlich in dem Schupan bewahrt wurde, vor die Oeffnung derſelben. Ein herbeitaumelnder Koſak ſtieß ſie fort. Er hatte ſich dieſes Ausgangs erinnert und hoffte durch ihn zu entkommen. Haſtig ſteckte er den Kopf und die Arme hinein und drängte die Schultern nach, konnte nun aber weder vorwärts noch rückwärts. Seine Kameraden konnten ihm nicht helfen, die Kamtſchadalin auch nicht, denn ſie war betäubt und ſchwindlich und ſchon halb erſtickt

Die Frau zog die Kapuze ihrer Kuklanka über den Kopf und legte ſich ſtill nieder, indem ſie fortfuhr, Glück und Wohlergehn auf ihr Kiud zu wünſchen, das ſo verlaſſen und verwaiſt durch das Leben gehn ſollte. Sie kannte nicht den Glauben an einen Gott, der väterlich der Menſchen Geſchicke leitet, und hatte alſo nicht die Beruhigung, welche eine chriſt⸗ liche Mutter in dem Vertrauen auf ihn findet, der der Freund der Schwachen üund Schutzloſen iſt und ſelbſt den Sperling auf dem Dach in ſeiner Hand hält. Allein ſie wußte, daß ihr Kind dieſem ſchrecklichen Tode entgehn werde