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Die Eroberung Nischnois : eine Erzählung für die Jugend und ihre Freunde / von Marie Roskowska
Entstehung
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jenes göttliche Wort, welches jedes Kind und jeder Menſch kennt und verſteht, ohne es je gelernt zu haben, weil es tief und unauslöſchlich in das Gewiſſen gegraben iſt:Alles was du willſt, daß dir die Menſchen thun, das thue ihnen auch! An dem unſäglich bittern Schmerz, den ſie eben um ihr eigen Kind empfunden, wußte ſie ja, wie Agith um ihren Knaben litt.

Wäre ſie hier und ich an ihrer Stelle droben in der friſchen Luft, wie ſehnlich wünſchte ich, daß ſie ſich meines Kindes erbarmen und es retten möchte, wenn es ginge! dachte ſiedie Aermſte, welche Qual ſteht ſie aus! Noch größere, wie ich eben um Gtechan Tatach, denn ich muß ſterben und mein armes Mädchen verwaiſt zurücklaſſen und ſie iſt wohl und geſund und kann ihren Knaben lieben und hüten, wie das Auge im Kopf!

Mitleidig ſuchte ſie das weinende Kind durch freundliches Zureden zu beſchwichtigen und ſchob es dann behutſam, um ſeinen Arm nicht zu ſtoßen, in den Zugkanal hinein, ſoweit ſie reichen konnte. Der faſt greifbar dichte, erſtickende Rauch quälte ſie furchtbar, darum empfand ſie um ſo lebhaftere Theilnahme mit dem Kinde, welches bei ſeinem gebrochnen Arm auch noch darunter litt.

Eine Mutter bedauert die Schmerzen eines fremden Kindes weit lebhafter, als andre Leute, denn der Gedanke an das eigne Kind iſt ihr ja ſtets gegenwärtig, bringt jedes kleine, hilfsbedürftige Geſchöpf ihrem Herzen nahe und giebt ihm einen Anſpruch auf ihren Beiſtand.

Du ſchiebſt Lipacha vor dir her, ſagte ſie zu Gtechan TatachWegen ſeines Armes kann er ja nicht allein kriechen.