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Die Eroberung Nischnois : eine Erzählung für die Jugend und ihre Freunde / von Marie Roskowska
Entstehung
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Der Mangel'an Luft half zwar die Flamme dämpfen, doch obgleich ſie nun nicht mehr hell brannte, qualmte ſie um ſo mehr und der Rauch wurde bald unerträglich. Pruſtend und röchelnd, mit aus den Kopf gequollenen Augen ſuchten die Koſaken jetzt irgend einen Balken loszureißen. Allein bei der Feſtigkeit des Baues und dem Mangel an Werkzeugen gelang es ihnen nicht, obgleich ſie ſich die Hände blutig arbeiteten. Ihr Geheul und Geſtöhn, ihre gottesläſterlichen Flüche und Verwünſchungen, vermiſcht mit ſinnlos hinge⸗ murmelten Gebeten, klangen gräßlich, haarſträubend.

In einer Ecke der Hütte hatte indeß eine andre Seene ſtattgefunden; die außer ihnen Anweſenden hatten die Koſaken in ihrer Todesangſt völlig vergeſſen.

Gtechan Tatach hielt ihre Mutter umfaßt, die bei der Gewißheit, ihr Mädchen müſſe mit ihr ſterben, ganz ver⸗ zweiflungsvoll war, und ſuchte ſie zu tröſten.

Ich gehe ja gern mit dir! flüſterte ſie unter zärtlichen Liebkoſungen. Was hätte ich ohne dich hier, wo mich Keiner gern hat, wo mich Alle necken, ſchelten und ſtoßen? Bei Hantſch in der Unterwelt wird es beſſer ſein und ich bleibe mit dir zuſammen!

Der kleine Lipacha ſaß auf ſeinem Lager und ſchaute vergnügt auf das Feuer, wie auf die angſterfüllten Koſaken. In ſeiner kindiſchen Unwiſſenheit ahnte er die Gefahr nicht und hielt Alles für ein höchſt ergötzliches Schauſpiel. Es brannte nur in der Mitte der geräumigen Jurte, ſein Lager war unverſehrt und die Hitze beläſtigte ihn nicht. Der zu⸗ nehmende Rauch machte ihnzzwar huſten und kniff ihm in die Augen, indeß war ihm derſelbe nicht ſo peinigend wie den