18 Blicke wahrgenommen und eben bemerkt, daß ſich kein Tropfen Waſſer in den Gefäßen befand.
An Rettung für ſie war nicht zu denken. Die Vögel ſteckten am Spieß und begannen einen höchſt einladenden Ge⸗ ruch zu verbreiten; die Koſaken hätten ſie jetzt auf keinen Fall fortgelaſſen und ſelbſt ein Verſuch dazu konnte ihren Verdacht erregen und den Racheplan vereiteln. Auf dieſe Gefahr hin durfte ſie ſich nicht zu retten wagen, denn der ganze Zorn ihres Mannes hätte ſie getroffen. Sie kannte deſſen Heftigkeit und vermochte die Glut ſeines Haſſes gegen die Koſaken, wie den unerſchütterlichen Entſchluß, ſie zu tödten, daraus abzunehmen, daß er dabei ſein Lieblingskind opferte. Still ergab ſie ſich in das Unabänderliche— hatte ihr das Leben doch nur Mühe und Laſt geboten, wie ſollte ſie alſo den Tod ſcheuen? Aber daß ihr Kind vor ihren Augen den entſetzlichen Flammentod ſterben ſollte, das zerriß ihr Herz.
Mit inniger Zärtlichkeit umſchlang ſie das Mädchen, drückte es einen Augenblick feſt an ſich und küßte es krampf⸗ haft.
„Jetzt geh, ehe es zu ſpät wird und ſei glücklich!“ ſagte ſie leiſe und ſchob Gtechan Tatach zu dem Baumſtamm hin.
„Ich kann nicht mehr hinauf,“ antwortete dieſe.
„Du verdammte alte Hexe, willſt du uns bei lebendigem Leibe räuchern?“ rief gleichzeitig ein Koſak und wiſchte ſich die thränenden Augen. Durch die Balken, welche über das Rauchloch gelegt worden, war der Qualm zum Theil in der Hütte zurückgehalten und hatte ſich ſo angehäuft, daß man nicht die Hand vor den Augen ſehn konnte. Die Koſaken


