Gtechan Tatach begriff zwar nicht ganz, was vorging und vorgehen ſollte, allein ſie ahnte, daß den in der Hütte Befindlichen ein Unglück drohe. Jetzt ſah ſie, daß ihr Vater mit Hilfe der Andern Baumſtämme über das Rauchloch legte und ſagte entſetzt:
„Aber meine Mutter— Vater, meine Mutter iſt ja auch noch unten und wird erſticken, wenn du das Rauchloch verdeckſt!“
„Freilich wird ſie's!“ verſetzte er tonlos.„Schade um ſie, denn ſie iſt eine brave Frau und eine tüchtige, unermüd⸗ liche Arbeiterin dazu. Aber es geht nicht anders! Beſſer ſie ſtirbt mit, als daß die Tatachs am Leben bleiben. Gebe ich doch ſogar meinen ſüßen Knaben hin! Ich wünſchte Gtechan Tatach wäre ſtatt Lipacha bei den andern Tatachs!“ ſetzte er zwiſchen den Zähnen hinzu.
Die zurückgeſetzte Tochter hörte dieſe liebloſe Aüßerung des Vaters nicht. Sie ſtand ſchon auf dem Klotz, der über das Rauchloch gelegt war, es aber nicht ganz zudeckte und drängte ſich durch die kleine Oeffnung hinab, ehe Jemand es hindern konnte.
„Ich will mit meiner Mutter ſterben— habe ja ſonſt gar Niemand, der mich lieb hat!“ dachte ſie bei ſich, und ſtand im nächſten Augenblick neben ihrer Mutter.
Arem, der den Sohn, welchen er liebte, mit den ver⸗ haßten Feinden tödten wollte, ließ ſich von ſeinem Vorhaben natürlich nicht zurückhalten, daß die ungeliebte Tochter zu⸗ gleich umkam. Galt es doch mehrere Familienglieder von der Sklaverei zu retten und gleichzeitig Rache an den Koſaken zu nehmen. Er und die Seinen warfen Feuerbrände und


