14
wandten und Bekannten, die in der Nähe des Rauchlochs ſtanden, oder Holz, Baumſtämme und Steine herbeitrugen.
Lipacha's Mutter hatte ihr jüngſtes, zweijähriges Kind auf dem Arme und wartete ungeduldig auf das Erſcheinen ihres Mannes.
„Wo iſt Lipacha, warum haſt du ihn nicht gebracht?“ fragte ſie angſtvoll, als Arem ohne den Knaben erſchienen war.
„Ich konnte nicht— ſie ſind argwöhniſch und wollten ihn nicht herausnehmen laſſen!“ verſetzte er mit erſtickter Stimme.
Die Frau machte eine Bewegung nach dem Rauchloch hin; ſie wollte hinab und den Knaben holen.
„Es geht nicht!“ ſagte er und hielt ſie mit Gewalt zu⸗ rück.„Sie würden dich mit ihm eben ſo wenig fort laſſen, wie mich, behielten dich am Ende gar noch unten, oder merk⸗ ten unſere Abſicht. Du weißt, wie ich den Knaben liebe— ich möchte mir das Haar ausraufen und heulen, wie ein wildes Thier, wenn ich daran denke, daß er ſein junges Leben ſo enden ſoll! Aber es muß ſein, wir müſſen dies Opfer bringen. Thun wir es nicht, ſo nehmen ſie dich fort und du ſiehſt Lipacha doch nie wieder, mußt dich auch von dieſem trennen!“
Er deutete dabei auf das Kind, welches ſeinen Arm koſend um ihren Hals ſchlang und ſich ſchmeichelnd beſtrebte, mit den kleinen Händchen ihre hervorſtürzenden Thränen zu trocknen.
Halb beſinnungslos kauerte ſich das junge Weib am Boden nieder und preßte das Kind, welches ihr geblieben, krampfhaft an ſich.
.
ut


