ſetzte der Knabe trotzig.„Jetzt thue ich es grade und du wirſt ſehen, daß die Leiter nicht bricht!“
Er kletterte bis ziemlich nach oben, erfaßte mit ſeinen beiden Händen eine Sproſſe und zog die Füße an ſich, Dar⸗ auf ſchwang er ſich wie an einem Reck hin und her und ſchnitt ſeiner Schweſter Geſichter, worüber die andern Kinder laut lachten.
Gtechan Tatach ſah ſich nach Lipacha's Mutter um, allein dieſe war nicht in der Nähe; ſie verſteckte die ſchönen Klei⸗ dungsſtücke, die ihr Mann von den Koſaken geborgt hatte, um ſie damit zu ſchmücken.
Es war den Kindern verboten, auf die Leiter zu ſteigen, und die verſtändige Gtechan Tatach merkte an dem verdäch⸗ tigen Knaſtern, wie gefährlich es ſei, auf derſelben umher zu balanciren. Allein Lipacha's Eltern waren nicht zu errufen und ihrer eigenen Mutter mochte ſie nichts ſagen, da der un⸗ gezogene Knabe dieſer doch nicht gehorchte. Sie bat ihn alſo flehentlich, herab zu kommen, worauf er übermüthig ant⸗ wortete und ſich einen noch ſtärkeren Schwung gab. Doch mitten in ſein Lachen ertönte ein Krach, die Leiterſproſſe brach und er ſtürzte hinab.
Die Kinder liefen herbei und auf ihr und das Geſchrei des Gefallenen auch die Erwachſenen; zuletzt kam auch die Mutter des Kleinen. Dieſer brüllte aus vollem Halſe und ſtieß Gtechan Tatach von ſich, welche ihn mitleidig aufheben wollte.
„Mein Kind, mein armes. Kind, wo haſt du dir weh ge⸗ than?“ rief ſeine Mutter erſchrocken. Im nächſten Augenblick ſtieß ſie das Mädchen unſanft zurück und ſagte zornig:


