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Alexei und Aphaka oder die Kamtschadalen / von Marie Roskowska
Entstehung
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132 Hütte gebracht. Hier waren ſie ſicher, denn die abergläubi⸗ ſchen Itelmenen wagten ſich niemals in die Nähe des Vul⸗ kans. Unter der ſorgſamen Pflege des Schamanen heilte Feodor's Wunde ſehr bald.

Es ließ ſich erwarten, der Gouverneur würde eine ſtär⸗ kere Koſakenabtheilung ſenden und Kosko wegen der Auf⸗ nahme und Verheimlichung ſeiner Sklaven beſtrafen laſſen. Ein glücklicher Zufall überhob Alle dieſer Sorge. Ein frommer Mönch aus dem Kloſter des heiligen Nikolaus, Bruder Baſil, machte oft Reiſen, um die Heiden zu bekehren und die Bekehrten zu unterrichten. Er war nicht in Niſch⸗ nei geweſen, als dort die große Taufe ſtattfand, hatte aber davon gehört und kam jetzt zu den neuen Chriſten am Tſchamſcha.

Es freute ihn herzlich, daß ſich hier mehr Spuren der Geſittung fanden, als bei Vielen, die das Chriſtenthum ſchon lange angenommen hatten; Vruder Baſil nahm bald herzlichen Antheil an der Familie des Häuptlings und wurde der Vermittler zwiſchen Kosko und dem Gouverneur. Kosko ſollte in verſchiedenen Terminen einige hundert Pelze geben und damit die Sache abgethan ſein.

Der Gouverneur war ſo leicht zu beſchwichtigen, weil er in dieſem Winter einige Dörfer züchtigen wollte, deren Ein⸗ wohner den Tribut verweigert und ſich gegen Beamte unge⸗ bührlich benommen hatten. Vor der Hand war ſeine Mann⸗ ſchaft beſchäftigt, und im Sommer eine Unternehmung ſchwierig. Dennoch brachte Kosko, eine mögliche Hinterliſt des Gouverneurs befürchtend, ſeine beiden Gaſtfreunde, Alexei und Feodor, auf welche ſich ohnehin die Verzeihung