131
waren. Die neuen Chriſten dankten dafür dem Gott, zu welchem ſie ſich jetzt bekannten, und Mehrere, die vorher die Taufe verſchmäht hatten, beſchloſſen, ſie zu nehmen. Sogar die Großmutter wäre in der Freude, ihren Liebling wieder zu haben, Chriſtin geworden, hätte ſie das Bedenken wegen des Himmels nicht zurückgehalten.
Auch in dem Benehmen gegen Tempte zeigte ſich der Fortſchritt in der Bildung und Aufklärung, welchen die Dorfbewohner ſeit Kurzem gemacht hatten. Daß Kosko und ſeine Familie die innigſte Dankbarkeit gegen ihn fühlten und auch zu beweiſen ſuchten, das verſteht ſich von ſelbſt, aber auch die Andern, und natürlich wieder die Verſtändigern, zeigten ihm Theilnahme, ſtatt des Widerwillens, womit ihm ſonſt begegnet worden wäre.
Jetzt galt es zuerſt, den Aufenthalt Alexei's und Feodor's zu erfahren, denn die Verwandten des Erſtern waren alle in großer Sorge, ob ſie auch während des Sturms in Sicher⸗ heit geweſen. Tempte vermuthete ganz richtig, daß der Schlitten des Schamanen ſie aufgenommen habe, weil der Handſchuh in der Richtung nach dem Kamtſchatskaia aufge⸗ ſteckt war. Kosko wagte nicht, das Dorf zu verlaſſen, denn er wußte ja nicht, ob nicht in ſeiner Abweſenheit die Koſaken wiederkämen. So machte ſich denn Tempte allein auf den Weg zu der Hütte des Beſchwörers. Er fürchtete ſich zwar ſehr vor den Geiſtern, allein ſeine Zuneigung für Alexei überwand ſeinen Aberglauben, und zu ſeinem Entzücken fand er ſeine Vermuthung beſtätigt.
Der alte Schamane hatte ſie getroffen und nachdem ihm Alexei offen ihre Gefahr geſtanden, bereitwillig in ſeine
6


