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Alexei und Aphaka oder die Kamtschadalen / von Marie Roskowska
Entstehung
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Die Ankunft Temptes machte dies Unternehmen über⸗ flüſſig. Er hatte Aphaka in Muri's Geſellſchaft in ſeiner Höhle gelaſſen, theils weil ſie durch den tiefen Schnee nicht kommen konnte, theils aber auch, weil ſie nicht wußten, ob ihre Eltern ſchon angelangt ſeien. War dieſes nicht der Fall, ſo mochte Aphaka noch nicht in ihre Heimath zurückkehren, weil die abergläubiſchen Leute ſie mit Abſcheu aus dem Dorfe gewieſen hätten. Außerdem glaubten ſie, es ſei möglich, daß Galgal von den Hunden nach dem Oſtrog zurückgebracht wo

Das Entzücken Kosko's, ſeiner Frau und Schwieger⸗ mutter zu ſchildern, wäre unmöglich, darum überlaſſe ich es Jedem, ſich dasſelbe auszumalen.

Aphaka wurde abgeholt und auch von den Dorfbewoh⸗ nern mit Jubel empfangen. Die Menge iſt in ihrer Meinung ſtets wankelmüthig, und Diejenigen, welche ſich noch vor wenigen Tagen vor einer Berührung des Mädchens entſetzt hätten, drängten ſich jetzt vielleicht grade am Eifrigſten um daſſelbe. Nur einige alte Männer und Weiber ſchüttelten mißbilligend den Kopf über dieſe Vernachläſſigung des Brauches, den ihre Eltern vor ihnen gehabt hatten. Die Andern wurden durch den Einfluß beherrſcht, den Kosko's Anſehn und ſeine Gegenwart übten, und verſpotteten mit den neuen Chriſten die abgeſchmackte Einbildung: Jemand der in's Waſſer gefallen, ſei zum Verderben beſtimmt.

Uebrigens ſchien es mehr als Einem ein Wunder, daß das zarte, verwöhnte Kind glücklich den Sturm überſtanden hatte, der ſo ſtark geweſen, wie man ſich deſſen ſeit lange nicht mehr erinnerte, obgleich heftige Orkane nichts Seltenes

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