Ausplauderei war Aphaka in dieſe Gefahr gerathen und viel⸗ leicht für immer verloren. Indeß halfen ſeine Gewiſſens⸗ biſſe nicht mehr, als die Vorwürfe, welche die Heimkehrenden den Zurückgebliebenen darüber machten, daß ſie das Mädchen wegen eines Wahnes, den die neuen Chriſten verlachten, der Villkür des verrätheriſchen Galgal überlaſſen hatten. Es war gut, daß Galgal ſich davon gemacht hatte, denn trotz ihrer Bekehrung zu der Religion der Liebe hätten die be⸗ raubten Eltern und ihre Untergebenen blutige Rache genom⸗ men und ſein Tod wäre gewiß martervoll geweſer 8
Was mochte nun aber aus Aphaka geworden ein? Das war die Frage, welche Alle beſchäftigte und ihre Eltern faſt wahnſinnig machte. Galgal hatte ſie auf dem Schlitten ge⸗ habt, den die Hunde, ſehr übel zugerichtet, nach Hauſe gebracht hatten. Vielleicht lag ſie zerſchmettert unter dem friſchge⸗ fallenen Schnee— vielleicht athmete ſie auch noch, verwun⸗ det, hungernd und frierend und ſtarb einſam eines langſamen, gualvollen Todes; oder vielleicht hatte ſie Galgal irgendwo zurückgelaſſen, ehe er ſich zu ihnen geſellt und ſie ſpäter ab⸗ geholt. Dann befand ſie ſich jetzt gewiß ſchon weit entfernt und die Ihrigen ſahen ſie niemals wieder. Daß Muri nicht mit den andern Hunden gekommen, war Allen ein Hoffnungs⸗ ſtrahl; es ſchien unglaublich, daß das kluge Thier ſich nicht nach Hauſe gefunden haben ſollte.
Alle dazu fähigen Leute wollten aufbrechen, und die Gegend genau durchſuchen, in welcher, dem Vermuthen nach, Galgal vom Schlitten geworfen worden war, allein bei dem tiefen Schnee, der indeß gefallen, war doch wenig Hoffnung auf einen Erfolg.
Roskowska, Alexei und Aphaka. 9


