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Alexei und Aphaka oder die Kamtschadalen / von Marie Roskowska
Entstehung
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halten hätte. Dieſer Abend war aber auch, obgleich ſie ihn

in einer finſtern, auch erfüllten Höhle und in Geſellſchaft eines

ausgeſtoßenen Verbrechers zubrachte, ein wahrhaft glücklicher

im Gegenſatz zu dem vorigen und Aphaka dankte Gott recht

herzlich dafür, daß er ihr den Gebrandmarkten zugeführt hatte.

Sie durfte nun doch nicht mehr fürchten, in der Wildniß

eines entſetzlichen Todes zu ſterbe und in ſo elender Lage. ihr Gefährte ſich auch befand, er war doch weniger ſchwach

und hilflos, wie ſie ſelber. Den Abſcheu, welche Alle vor ihm fühlten, begriff ſie nicht; wenn Alexei ihn nicht verachtete,

durfte ſie es auch nicht thun, und jetzt um ſo weniger, da er ihren Freunden einen unſchätzbaren Dienſt erwieſen hatte.

Ueberdies war ſie in ihrem Dorf jetzt nicht minder ein Gegenſtand des Widerwillens und der Verachtung, als

Tempte ſelber. Dachte ſie daran, wie entſetzt ſich Alle von ihr zurückgezogen hatten, ſo überkam ſie eine lebhafte Furcht vor der Rückkehr und ſie fühlte ſich noch wohler bei dem Ge⸗

miedenen, der ſich vor ihr nicht ſcheute, ſondern ſie mit der zuvorkommendſten Aufmerkſamkeit behandelte. Die Gegen⸗ wart Muri's war ihr auch ein großer Troſt und ſein Rücken bildete wieder ihr Kopfkiſſen zur Nacht.

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Dreizehntes Rapitel.

Nachdem Aphaka heruntergefallen, waren die Hunde noch eine Strecke fortgerannt, dann ſtürzte der Schlitten um und Galgal ſchlug mit dem Kopf gegen einen Baumſtamm. Als