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die Wanderung war alſo ſehr beſchwerlich, allein Aphaka ſtützte ſich auf Muri; er trug ſie mitunter mehr, als ſie ging, und wählte immer die ſicherſten Stellen.
Bald kamen ſie über die Lichtung wieder in den Wald und erreichten dann nach einiger Zeit eine kleine Höhle, worin Tempte ſeine meiſten Habſeligkeiten aufbewahrte und worin er auch gewöhnlich ſchlief. Der Eingang war ſo gut verſteckt und jetzt obenein ſo verſchneit, daß Aphaka ſich wunderte, wie Tempte ihn überhaupt zu finden vermochte.
Tempte war ſehr ſtolz darauf, einen Gaſt zu haben; er brachte das Beſte von ſeinen Lebensmitteln, was größten⸗ theils aus Aphaka's elterlichem Hauſe herrührte, und ver⸗ gaß nicht, dem Hunde ſeine Portion Speiſe zu geben.
Obgleich das Obdach ziemlich enge und ſchmutzig war, fand Aphaka es doch ſehr angenehm und ſie fühlte ſich faſt behaglich, als ſie ein Feuer angezündet hatte. Sie trocknete nach und nach ihre vom Schnee durchnäßten Kleider und Schuhe und bewog Tempte, daſſelbe zu thun. Anfangs ſträubte er ſich zwar, denn nach dem herrſchenden Aber⸗ glauben galt es für Sünde, die Schuhe am Feuer zu trock⸗ nen, ehe die Bachſtelzen angekommen waren; die Verſiche⸗ rung, Alexei hatte das für eine Thorheit, reichte indeß hin, daß Tempte die Schuhe trocknete. Er liebte Alexei mit einer Zärtlichkeit, die viel von der Demuth und Unterwürfigkeit des Hundes hatte und Aphaka tief rührte.
Die Begeiſterung, mit welcher der Gebrandmarkte von ihrem jungen Verwandten ſprach, war ein Freundſchaftsband zwiſchen ihr und ihm und ſie wurde dabei bald ſo heiter, wie ſie ſelber es in ihren Verhältniſſen für unmöglich ge⸗


