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wenig, um nicht unter dem Schnee begraben zu werden, doch ſo behutſam, daß ſeine junge ermüdete Herrin davon nicht erwachte.
Zwölſtes Kapitel.
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Nachdem ſich die Koſaken eine Weile bemüht, den Schlitten Galgals einzuholen, hatten ſie Anſtalten getroffen, ſich vor dem Sturm zu ſchützen, deſſen volle Wuth eben hereinbrach. Die Itelmenen errichteten ſchnell einige Hütten von den Matten, die jeder mitnahm, ſobald er das Dorf auf eine weitere Entfernung als einige Werſte verließ. Die Hunde wurden feſtgebunden und gefüttert und Tempte wurde in die Ecke einer Hütte geſtoßen, hier blieb er, nachdem ihm bie Füße gefeſſelt worden, matt und anſcheinend halb todt vor Schwäche liegen. Zuweilen machten ſich Einige der Koſaken das Vergnügen, ibm Fußtritte U geben oder ihn an das Schickſal zu erinnern, welches ihm in Niſchnei bevorſtand und keineswegs lockend war. Die Herren des Landes waren ſehr geübt in der Quälerei der Eingebornen; ſie hatten Viele um geringerer Vergehen, als das Temptes, mit Riemen zu Tode⸗ gepeitſcht, oder ſie mit verfaulten Fiſ eſtrichen und lebendig von Hunden zerreißen laſſen.*
Doch Tempte ertrug Alles mit ſo ſtumdfem Gleichmuth, daß Kraſcheninikow, die mitleidige Seele, welche ihm am vorigen Tage Speiſe in den Mund geſteckt, kopfſchüttelnd meinte, ſie ſollten ihn in Ruhe laſſen, wenn ſie ihn lebend


