115
ſchrie und heulte ganz laut und übertönte damit ihre Stimme. Einen Augenblick ſchien es zwar, Muri erkenne den Zuruf ſeiner jungen Herrin, denn er verſuchte, ſtille zu ſtehen; doch die andern Hunde waren zu ſcheu und verängſtigt— ſie riſſen ihn mit ſich fort und um ſo leichter, weil er ſeiner Sache nicht gewiß war.
Aphaka hatte jetzt Gelegenheit, ſich von Galgal frei zu machen, allein ſie zögerte, dieſelbe zu benutzen, weil die Ge⸗ ſeht. in der Wildniß umzukommen, ſehr nahe lag. Ueber⸗ dies eilten die Hunde mit einer Geſchwindigkeit, die ſich ſtets zu ſteigern ſchien, in der Richtung nach dem Oſtrog hin, ſie durfte alſo hoffen, bald bei ihrer Großmutter zu ſein, wenn nämlich der Schlitten bis dahin nicht in Trümmer ging, was gar nicht unwahrſcheinlich war.
Ihre Arme waren ganz ſteif und müde von der An⸗
ſtrengung, mit welcher ſie ſich halten mußte, ſie ließ daher
einen Augenblick los; der Wald war jetzt lichter und auf eine kleine Strecke keine Gefahr zu fürchten. Doch ſchon in der nächſten Minute fuhr der Schlitten ſo heftig gegen einen von Schnee verdeckten Stein, daß Aphaka herabgeſchleudert wurde. Sie fiel glücklicherweiſe in einen Schneehaufen und beſchädigte ſich nicht, aber ehe ſie ſich daraus vorarbeitete, war das Fuhrwerk ihren Blicken entſchwunden und ſie allein im Walde.
Anfangs verſuchte ſie der Richtung zu folgen, welche die Hunde genommen hatten, weil ſie wußte, daß dort ihre Heimath lag, allein der Schnee fiel ſo dicht, daß ſie nicht zwei Schritte weit ſehen konnte, und der Boden war ſo un⸗ eben, daß ſie nicht gradeaus gehen konnte und bald nicht
8*


