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Alexei und Aphaka oder die Kamtschadalen / von Marie Roskowska
Entstehung
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Meſſer in der Hand und mit dieſem ſchnitt er, in der Ver⸗ wirrung unbeachtet, in die Riemen, welche Muri mit ſeinen Gefährten verbanden; doch ſeinen ſchwachen Kräften waren die Riemen zu ſtark, er machte nur Einſchnitte darin.

Muri's Zögern änderte indeß nichts; er bekam ſo lange Schläge, bis er wüthend emporſprung und unter lautem Ge⸗ heul, in das die andern Hunde treulich einſtimmten, wie raſend davon lief, ſo daß Galgal ſich kaum auf dem Schlit⸗ ten erhalten konnte.

Die Kinder ſtoben erſchrocken auseinander und Saag⸗ ſchehm erhielt einen ſo hefeigen Stoß, daß ſie zu Boden ſiel. Einige Frauen wollten ihr mitleidig aufhelfen, allein ſie wies dieſelben zurück und ſuchte mit den Augen dem Schlitten zu folgen, bis er im Gebüſch verſchwand. Dann ſchleppte ſie ſich troſtlos in ihre verwüſtete Jurte.

Eilftes Kapitel.

Aphaka ſaß lange ſchmerzlich weinend hinter Galgal, doch allmälig begannen ihre Thränen milder zu fließen. Es war jedenfalls ein Glück, daß ihr Vater nicht daheim ge⸗ weſen, denn er hätte ſie mit Blut und Leben vertheidigt und es wäre daraus viel Unheil entſtanden. Dann war ſie jung, mithin hoffnungsvoll; wie viele mögliche oder auch unmög⸗ liche Dinge konnten ſich ereignen, ehe ſie Riſchnei erreichte!