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Alexei und Aphaka oder die Kamtschadalen / von Marie Roskowska
Entstehung
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überraſcht in ſein verſchwollenes, durch die erduldeten Miß⸗ handlungen bis zur abſchreckenden Häßlichkeit entſtelltes Ge⸗ ſicht, allein er that, als hätte er nichts geſagt, denn eben kamen ein paar Koſaken, und warfen ihn auf einen Schlitten wie ein Waarenbündel, doch nicht mit der Sorgfalt, welche ſie einem ſolchen angedeihen ließen, ſondern mit der brutal⸗ ſten Rückſichtsloſigkeit. Er blieb ſtill und ſuchte ſogar das Stöhnen zu unterdrücken, welches der Schmerz ihm unwill⸗ kührlich erpreßte.

Nun war Alles fertig und Galgal befahl Aphaka, ſich aufzuſetzen. In ihrer Großmutter ſiegte jetzt die Stimme der Natur über den hergebrachten Aberglauben, ſie umfaßte ihren Liebling und beſchwor die Itelmenen, die Tochter ihres Häuptlings zu ſchützen. Allein Bitten und Verſprechungen waren eben ſo fruchtlos, als Drohungen und Scheltworte. Niemand regte ſich und die Meiſten der anweſenden Dorfbe⸗ wohner hätten Aphaka wahrſcheinlich vor ihren Augen durch Gewalt oder vor Hunger und Kälte ſterben ſehen können, ohne das Allergeringſte für ſie zu thun. Es galt einmal für Sünde, nicht ertrunken zu ſein, wenn man in's Waſſer ge⸗ fallen war, und die gerettete Perſon wurde als todt betrach⸗ tet; das Herkommen erſtickte jede Regung des Mitleids.

Vielleicht ſcheint dies meinen jungen Leſern eine Grau⸗ ſamkeit, um deretwillen die Itelmenen es verdienten, unter dem Uebermuth und der Habſucht ihrer Unterdrücker zu leiden. Indeß liegt es tief in der menſchlichen P dem Beiſpiel, den Gewohnheiten und Anſichten zu folgen,

welche man von Jugend auf vor Augen hat. Der Ein⸗

zelne vermag ſich freilich durch ernſtes Streben auf einen