84 Verkauf von Schießwaffen und Munition war ſo ſtreng unterſagt, daß Niemand das Verbot zu umgehen wagte. Bei den häufigen Empörungen, zu welchen die Eingebornen gereizt wurden, wäre es auch im höchſten Grade unklug ge⸗ weſen, ſie mit Feuergewehren zu verſehen.
Kosko gelang es, ſeine Leute zur baldigen Heimkehrzu ver⸗ anlaſſen. Auch fanden ſie, daß die allgemeine Freundlichkeit gleichzeitig mit ihren Pelzvorräthenſich verminderten. So ver⸗ ließen fie dennmitſammen Niſchnoi, kehrten jedoch nicht geradezu heim, ſondern fuhren ungefähr zehn Werſte den Kamtſchatka aufwärts und dann an dem Jelawka, einem nördlichen, hier mündenden Nebenfluß des erſtern, entlang bis zu einem Oſtrog, aus welchem vor langen Jahren die Kolonie am Tſchamſcha ausgewandert war. Hier, bei ihren Verwandten, verweilten ſie einige Tage; auf dem Rückwege kamen ſie nicht wieder nach Niſchnoi, ſondern wandtenſich gleich ſüdlich dem Tſchamſcha zu.
Kaum einige Stunden nach ihrer Abfahrt aus Niſchnvi langte Galgal dort an. Er hatte ſich ſo lange in einem Oſt⸗ rog am Talbatſchik, einem ſüdlichen Zufluß des Kamtſchatka, aufgehalten und ſeine Zeit nicht nur zum Zobelfang, ſondern auch dazu angewendet, den Biber⸗ und Zobelfellen mit einer Miſchung von Alaun, Fiſchfett und dem Saft einer Beere eine prächtige Schwärze und außerordentlichen Glanz zu geben; dieſes Mittels bedienten ſich viele betrügeriſche Itel⸗ menen, um für ihre Pelze einen höhern Preis zu erhalten. Galgal hatte abſichtlich ſo lange gezögert, weil er glaubte, Kosko und die Seinen würden ihm mißtrauen und Anfangs auf der Hut ſein, ſpäter jedoch in ihrer Wachſamkeit nach⸗ laſſen, wenn ſich nichts Ungewöhnliches ereignete.


